Rails Girls Summer of Code: für mehr Diversität bei der Softwareentwicklung

Wir suchen immer nach großartigen Projekten, die wir unterstützen können, mag es die Wiener Tafel sein oder eben etwas mehr an unserem eigentlichen geschäftlichen Tun, das Programmieren, wie in diesem Falle. Mit einem kleinen Beitrag helfen wir deshalb dieses Jahr die Rails Girls Summer of Code (RGSoC) auf die Beine zu stellen.

Open Source alleine ist schon eine Bewegung, die der Förderung bedarf. RGSoC setzt sich dabei gezielt dafür ein, mehr Frauen in die Open-Source-Entwicklung zu bringen. Wir hoffen mit unserer Unterstützung einen kleinen Teil dazu beizutragen, die Qualität nicht nur der Software sondern in der Softwareentwicklung allgemein für alle zu verbessern.

Da das Projekt jede Unterstützung verdient, die es bekommen kann, haben wir die Organisatoren hier in Wien zum Interview gebeten. Erfahren Sie im Interview, wie Rails Girls entstanden ist, wie es sich entwickelte und was Sie vom Summer of Code erwarten können.

Wie kam es zur Idee Rails Girls zu gründen? Wer seid ihr und was macht ihr?

Rails Girls ist eine globale Initiative die von Linda Liukas und Karri Saarinen in Finnland gegründet wurde. Die Idee dahinter war, ein Zwei-Tages Workshop zu organisieren, um befreundeten Frauen das Programmieren Nahe zu bringen. Mittlerweile ist Rails Girls zu einer dezentralisierten Initiative gewachsen, wo weltweit Menschen diese Beginnerworkshops in der eigenen Stadt, wie zum Beispiel in Wien, Tokyo, Neu Delhi, Sao Paulo oder Berlin, organisieren. Aus Rails Girls Berlin haben sich sogenannte “Study Groups” herauskristallisiert — also Gruppen, die sich einmal in der Woche treffen, um gemeinsam weiter zu lernen. Daraus entstand dann Rails Girls Summer of Code, ein dreimonatiges Förderprogramm, bei dem an echten Open Source Projekten mit programmiert und gelernt wird.

Was ist Summer of Code? Welche Idee verfolgt ihr?

Bei Rails Girls Summer of Code (RGSoC) wollen wir Personen, die sich als non-binary oder als Frauen identifizieren, die Möglichkeit geben, mit Hilfe eines Stipendiums an einem wichtigen Open Source Projekt zu arbeiten.

Das Wichtigste für uns ist unsere Community — die Leute, die uns immer wieder unterstützen, damit RGSoC jedes Jahr stattfindet. Dazu zählen natürlich Sponsoren aber auch alle ehrenamtlichen OrganisatorInnen und Coaches, die den Teams immer wieder helfen und sie fördern.

Mit RGSoC wollen wir auch die Gelegenheit nutzen, ein nachhaltiges Netzwerk für alle Teilnehmenden (Studenten und Studentinnen, Mentoren und Mentorinnen, Coaches, etc.) aufzubauen und so eine Community mitzugestalten. Wir benutzen Slack und Twitter, um untereinander Erfahrungen auszutauschen und uns gegenseitig zu helfen.

Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen machen jedes Jahr mit: zuerst im Team, dann als Supervisor, Coach oder Mentor — viele investieren also wieder in die Community, die ihnen selbst geholfen hat, was uns sehr freut.

Wie viele Teams haben sich schon bei euch beworben? Was sind die Auswahlkriterien?

Dieses Jahr haben sich 190 Teams bei uns beworben; die Anzahl der Bewerbungen hat sich also seit letztem Jahr verdoppelt! Wir haben sehr viele Kriterien, die uns bei der Auswahl helfen, beispielsweise<

  • die Sprache (die Teilnehmerinnen sollten Englisch gut beherrschen)
  • der Wohnort des Teams (die zwei Teilnehmerinnen sollten in der gleichen Stadt leben und gemeinsam arbeiten)
  • die Auswahl ihrer Coaches und Erfahrung mit der Programmiersprache des Projektes, das sie ausgewählt haben.

Eine andere Voraussetzung ist, dass sie sich schon mit der eigenen, lokalen Community auseinandergesetzt haben — z.B. Meetups, Konferenzen, Events besuchen oder sogar auch mitorganisieren.

Welche Projekte werden umgesetzt?

Die Namen der Projekte, an denen im Sommer gearbeitet wird, können wir noch nicht offiziell teilen, da wir gerade noch an der Liste der teilnehmenden Teams arbeiten. Gegen Ende Mai werden wir offiziell die Teams und ihre Projekte auf unserem Blog präsentieren — wir sind schon sehr begeistert, weil es da einige sehr coole Projekte geben wird!

Einige Projekte der letzten Jahre waren z.b. Diaspora*, Speakerinnen, Hoodie, Sinatra, impress.js, Servo.

Was wird aus dem Rails Girls Summer of Code entstehen? Was ist für euch ein erfolgreicher Summer of Code?

Bei Rails Girls Summer of Code werden keine neuen Projekte umgesetzt; es geht um die Mitwirkung an schon existierenden Open Source Projekten, wie zum Beispiel Ruby on Rails (das Ruby Framework), Processing/p5.js (eine Anwendung, um Visuals bzw. Kunst mit Code zu generieren), oder Servo (ein Web-Rendering-Engine in der Programmiersprache Rust).

Ein erfolgreicher Summer of Code kann vieles sein; es ist natürlich super, wenn Teilnehmerinnen nach dem Programm einen Entwicklerjob oder – ein Praktikum finden. Aber es gibt auch andere, für uns erfolgreiche, Beispiele:

  • weiter an Open Source mitwirken
  • in der Branche arbeiten
  • die eigene Firma / das eigene Startup gründen
  • oder auch ein neues Studium anfangen.

Uns ist es am wichtigsten, dass die Teilnehmerinnen etwas Neues lernen, an dem Projekt mitwirken, dabei aber auch Spaß haben, neue Leute in der Open Source Community kennenlernen und die Projekte mit ihrer Sichtweise bereichern.

Wir wollen viele verschiedene Teams weltweit für Open Source begeistern und sie dabei unterstützen. Bisher gibt es leider noch nicht viele Frauen und non-binary Menschen in der Open Source Community. Hier wollen wir auch die Frauen sichtbarer machen, die schon seit Jahren dort aktiv sind und großartige Projekte leiten — wie zum Beispiel Katrina Owen, die Gründerin von exercism.io.

Was bedeutet es für euch TestPlus als Bronzesponsor zu haben?

Obwohl Rails Girls Summer of Code eine globale Initiative ist, kommen unsere Sponsoren meistens aus den USA und Deutschland. TestPlus ist einer unserer allerersten Sponsoren aus Österreich, und es freut uns umso mehr, TestPlus an Bord zu haben, da einige unserer OrganisatorInnen eigentlich in Wien sitzen 🙂

Außerdem wissen wir, wie wichtig das Testen von Software ist — vor allem für uns in der Open Source Software Community.

Was habt ihr in Zukunft noch geplant?

Wir bekommen jedes Jahr sehr viele Bewerbungen aus bestimmten Länder, wie Indien und Deutschland, und seit 2017 auch aus Sri Lanka. In der Zukunft, wollen wir vor allem TeilnehmerInnen aus anderen Länder wie etwa China, Japan, Nigeria oder Argentinien begeistern. Dafür müssen wir natürlich ein noch größeres Netzwerk bauen. Da arbeiten wir dran!

Wir freuen uns sehr so ein tolles Projekt unterstützen zu können und wünschen allen Teams des Summer of Codes viel Erfolg bei ihren Projekten. Und: ausführliches Testing nicht vergessen! 😉

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