CeBIT – die Messe, die keine Messe mehr sein will

Die CeBIT ist gerade erst vorbei und schon häufen sich die Berichte, dass sich die Messe neu erfinden möchte. Ist die Veranstaltung gerade einmal vor wenigen Wochen, am 24. März 2017, über die Bühne gegangen, soll der nächste Termin aber auf sich warten lassen: Anstatt wie bisher Anfang Frühling soll sie auf den Juni verschoben werden. Auch inhaltlich soll sich das Event sehr stark vom bisher bekannten Format unterscheiden. Damit reagieren die Organisatoren auf die rückläufigen Besucherzahlen und wollen die Messe wieder attraktiver gestalten. Was das genau bedeutet, haben wir uns angesehen.

Die CeBIT will keine Messe mehr sein, sondern ein Innovationsfestival für Digitalfans. Wir berichten: Klick um zu Tweeten

Mit 200.000 Besuchern und rund 3.000 Ausstellern ist die CeBIT einer der größten deutschsprachigen Messen für Innovationen im Digitalbereich. Das Centrum für Büro- und Informations-Technik (CeBIT) hat jedoch stagnierende Besucherzahlen und ein sinkendes Interesse bemerkt. Auf diese Entwicklungen möchte es jetzt proaktiv reagieren.

Laut eigenen Angaben erfindet sich die CeBIT dabei neu: die Veranstaltung findet 2018 im Juni statt und zwar nicht als klassische Messe sondern als “Innovationsfestival für Digitalfans”.

Das mehrtägige Event wird dabei in 3 Bereiche aufgeteilt:

  • d!conomy: als Input und Austausch über digitale Transformation in Unternehmen und öffentlicher Verwaltung
  • d!talk: Vortragende und Visionäre tauschen sich über die digitale Themen von morgen aus
  • d!tec: als Plattform zum Austausch für Entscheider und Kreative

Endkunden sind bei diesen Formaten weniger erwünscht. Mit der Umstellung wird sich die CeBIT hauptsächlich auf Unternehmen und Entscheider konzentrieren. Zusätzlich soll für diese Zielgruppe noch einmal mit Konzerten und Events rund um die Veranstaltung der Austausch gefördert werden.

Fehlendes Fachpublikum und -vorträge, geringe Interaktion - die CeBIT will und muss sich verändern. Klick um zu Tweeten

Dies können wir nur begrüßen, denn auch uns ist aufgefallen, dass es diesen März an Fachpublikum fehlte, wenig themenspezifische und interessante Veranstaltungen angeboten wurden und auch, dass Konzepte von einigen Ausstellern nicht mit dem Thema der Messe zusammenhingen. Was ein Ledertaschen-Anbieter mit der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu tun hat, ist uns nach wie vor ein Rätsel.

Auch bei der Organisation sehen wir noch Verbesserungspotenzial: von fehlenden Sicherheitskontrollen bis zum nicht-funktionierenden Internetzugang von Anmelde-Hürden bei Veranstaltungen bis zu fehlender Betreuung und Interaktion bei Ausstellern. Auch hier hat die CeBIT Aufholbedarf, um relevant zu bleiben.

Die CeBIT will sich gesundschrumpfen. Was das heißt, haben wir uns angesehen: Klick um zu Tweeten

Mit dem erhöhten Preisen, dem Fokus auf eine Veranstaltung von Montag bis Freitag und dem inhaltlichen Schwerpunkt zugeschnitten auf Business-Kunden, wird sich die CeBIT nicht nur von den Besucherzahlen sondern auch flächenmäßig verringern. Damit will sich die Veranstaltung gesundschrumpfen.

Wir wünschen uns auf jeden Fall ein klares Konzept für eine Fachmesse mit qualitativ hochwertigen Vorträgen und Diskussionen, mehr Austausch, Angebote für KMUs und EPUs als Aussteller und natürlich schnelles Internet.

Eine Umstrukturierung und auch Fokussierung versucht das Centrum für Büro- und Informations-Technik aber schon seit ein paar Jahren. Wir sind gespannt, was nun wirklich umgesetzt wird und welche Auswirkungen dies auf die Inhalte und Organisation der Veranstaltung hat. Wir werden im Juni 2018 auf jeden Fall dabei sein.

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