Qualität muss auch agil sein – Interview mit Claus Stachl, foryouandyourcustomers

Mit foryouandyourcustomers verbindet uns eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Viele der Mitarbeiter kennen wir persönlich und wir durften schon einige Projekte mit Ihnen begleiten.

Claus Stachl, Standortleiter von foryouandyourcustomers in Feldkirch beantwortet uns heute einige Fragen zum Thema, wie das international tätige Unternehmen mit mittlerweile 11 Standorten Qualität sichert und welche Rolle TestPlus dabei spielt.

TestPlus: Wie würden Sie foryouandyourcustomers beschreiben? Was ist Ihre Rolle?

Claus Stachl: Mit foryouandyourcustomers begleiten wir unsere Kunden im digitalen Wandel. Dabei unterstützen wir im Grundlegenden – den Daten und Datenstrukturen – genauso wie im Benutzerorientierten und den organisatorischen Herausforderungen, welche der Multichannel-Handel mit sich bringt. Eine meiner Aufgaben als UX-Designer und Gestalter ist, überraschend einfache Konzepte für – primär digitale – Commerce-Plattformen und Bestellprozesse zu entwickeln. Seit nun gut einem Jahr bin ich auch für den Standort in Feldkirch, Vorarlberg zuständig.

TestPlus: Was ist für Sie gute Qualität? Was verstehen Sie unter Qualität im User Experience Design? Wie gehen Sie mit dem Qualitätsbewusstsein in Ihrer täglichen Arbeit um?

Claus Stachl: Spätestens durch das Internet wurden die Erwartungen an Services und Produkten erheblich nach oben geschraubt: Als Kunde setzt man die Dinge nicht mehr ausschließlich mit den lokalen Möglichkeiten in Relation, sondern vielmehr mit dem jeweiligen, globalen Maximum. Eine Suche muss so gut sein wie jene von Google, die Produktverfügbarkeit so hoch wie bei Amazon Now und jede Instore-Experience so attraktiv wie jene eines Apple-Stores. Es liegt auf der Hand, dass diese Messlatten oft nur allzu hoch angesiedelt sind.

Ihre Suche muss so gut sein wie die von Google”, Claus Stachl im Interview: Klick um zu Tweeten

Mitunter ist es eine der zentralen Herausforderungen, oftmals überhöhte Erwartungen in machbare Anforderungen zu übersetzen – und das nicht nur zu Beginn eines Projekts sondern kontinuierlich. Das bedeutet jedoch nicht, ständig Kompromisse eingehen zu müssen: Schafft man es, Kundenbedürfnisse immer wieder neu zu entdecken, danach Zielbilder neu zu zeichnen und sich ein stückweit von Vorbildern zu lösen, ist es durchaus möglich, links und rechts neben dem eingefahrenen Weg noch gute Antworten abseits von Google, Amazon und Apple zu finden.

Den Kunden auf diesem Weg zu begleiten und mit ihm gemeinsam kluge Antworten für die anstehenden Herausforderungen zu finden: Das – und Vieles mehr – könnte gelebtes Qualitätsbewusstsein in der Konzeptentwicklung bedeuten.

TestPlus: Welches Qualitätsverständnis haben Ihre Kunden? Gibt es da manchmal Diskrepanzen?

Claus Stachl: Als Dienstleister ist man in der Regel bestrebt, seine Kunden weiterzubringen. Unsicherheit sowie Veränderung sind dabei ständige Begleiter und der Umgang damit kann dabei verschiedene Formen annehmen. Es ist ganz natürlich und gut, dass es da zu Meinungsverschiedenheiten und auch Konflikten kommen kann.

Einer unserer Unternehmenswerte lautet – unter anderem deshalb – beziehungsfähig zu sein – und das schließt Konfliktfähigkeit im positiven Sinne mit ein.

TestPlus: foryouandyourcustomers operiert mit mehreren Standorten. Ihr tauscht Expertise aus und arbeitet standortübergreifend mit teils internationalen Kunden zusammen. Wie garantiert ihr Qualität bei dezentralen Projekten?

Claus Stachl: Kurz: Der projektleitende Standort ist gegenüber dem Kunden für die Sicherstellung der Qualität zuständig.

Etwas ausführlicher: Eine jede der aktuell 11 „Zellen“ von foryouandyourcustomers besitzt Expertisen, welche eine andere vielleicht nicht hat. So konzentriert sich als Beispiel der Standort München primär auf Search und Merchandising, während die Mitarbeitenden in Amsterdam jahrelange Erfahrung in der Entwicklung von Commerce-Plattformen mit sich bringen. So können wir als Gruppe unseren Kunden in vielen Bereichen ein vergleichsweise breites und gleichzeitig hochqualitatives Angebot machen, als es vielleicht ein zentral organisierter, lokaler Mitbewerber vermag. Wir erhalten uns so auch die nötige Flexibilität.

TestPlus: Wie garantiert ihr bei langfristigen Projekten die Qualität? Welche Maßnahmen setzt ihr?

Claus Stachl: Wir bemühen uns eher um langfristige Kundenbeziehungen, als um langfristige Projekte. Jedes gelungene Projekt trägt dabei (auch) positiv zu dieser Kundenbeziehung bei. Ich würde somit die Qualität nicht als Variable der Zeit sehen; Vielmehr muss man daran arbeiten, seine Kunden immer wieder neu zu begeistern. Dabei vergisst man oft, dass dies summa summarum einfacher und günstiger ist, als neue Kunden zu gewinnen. Bestehende Kunden zu verlieren, tut richtig weh.

TestPlus: Sie haben schon bei mehreren Projekten TestPlus ins Boot geholt. Was war hier deine Intention und welche Erfahrung haben Sie damit gemacht?

Claus Stachl: Gerade in Projekten, wo es darum geht, digitale Services und Produkte zu gestalten, umzusetzen und zu betreiben, wird der Test immer noch als „Phase“ gesehen. Sprich, man schreibt ein Lastenheft, konzipiert die Benutzeroberfläche, entwickelt die Software und dann testet man.

Testing als Phase am Ende eines Projektes? Qualität sichern heißt: Aktive Prozessbegleitung von A-Z! Klick um zu Tweeten

Gerade Wasserfall-orientierte Projekte neigen dazu, mit den stetigen Veränderungen während eines Projekts nur bedingt gut umgehen zu können. Dies führt oftmals zu einer (viel) längeren Entwicklungszeit, um schließlich den ursprünglich geplanten Umfang doch zu schaffen. Den Letzten beißen dann die Hunde, und so kommt es, dass nur unzureichend oder schlichtweg nicht getestet wird. In Zeiten von Scrum, Continuous Deployment und Delivery braucht es ein viel integrierteres Verständnis von Qualitätssicherung in der Software-Entwicklung.

TestPlus hat sehr viel Erfahrung damit, traditionelle und agile Vorgehensweisen der Projektsteuerung und Software-Entwicklung situativ und optimal zu kombinieren. Denn beide Welten können auch – falsch eingesetzt –Nachteile mit sich bringen.

Was TestPlus aber insbesondere versteht, ist, dass das Projektgeschäft primär auch ein „People Business“ ist: Der respektvolle Umgang mit Menschen, lösungsorientiertes Handeln und eine bewusste Kommunikation – auch im Konfliktfall – wird gelebt.

About Sarah

    You May Also Like