Mobile World Congress 2017 – Ein Rückblick

Sehr gut organisiert, unzählige Aussteller, viele tausende BesucherInnen, wenig neue Technologien und Testing als unterrepräsentierter Bereich – das ist unser Fazit nach einem Tag auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona.

Dichtes Gedränge beim Mobile World Congress 2017

Der Mobile World Congress 2017 entsprach allen Anforderungen, die man an eine globale Messe stellen kann: Aussteller aus allen Teilen der Welt waren vertreten, BesucherInnen aus allen Ländern drängten sich um die Stände und hofften auf ein Gespräch mit den ExpertInnen. Laut GSMA besuchten 108.000 Interessierte aus 208 Ländern und damit 7 % mehr Besucher den MWC 2017. Über 2.300 Aussteller aus dem Mobile Sektor und verwandten Geschäftsfeldern wie Automobil, Finanzen und Gesundheit zeigten ihre Produkte und Services.

Dichtes Gedränge, viele Aussteller, aber wenig Neues zeigte der #MWC2017. Ein Review: Klick um zu Tweeten

Überall herrschte dichtes Gedränge und der Zugang zu den beliebten Ausstellern war teils nur restriktiv oder in wenigen Fällen auch gar nicht möglich. Wartezeiten bei den großen Namen waren normal.

Mobile World Congress 2017 - Ein Rückblick

Wenig technische Neuerungen bei den Smartphone-Herstellern

Alle großen Smartphone-Hersteller, wie Samsung, Huawei, LG, Nokia, Lenovo, Sony etc. als auch diverse Hersteller sogenannter Chinahandys, wie Doogee, Meizu und ZTE waren vertreten. Mit großem Aufwand, riesigen Ständen und viel Spektakel wurden neue Geräte präsentiert.

Die vorgestellten Geräte, vor allem die Flaggschiff Smartphones, sind technisch auf dem neuesten Stand und versuchen besonders mit verbesserten Kamerafeatures zu begeistern aber eine richtige Sensation blieb aus.

 

Nokia's Stand beim #MWC2017 überzeugte in Organisation und Kommunikation. Lesen Sie mehr: Klick um zu Tweeten

Besonders hervorheben möchten wir den Stand von Nokia: Das Unternehmen zeigte, unter großem Andrang, die neuesten Smartphones und das neu aufgelegte 3310 Featurephone. Im Gegensatz zu anderen Ausstellern waren auch die Hostessen mit Nokia Smartphones ausgerüstet und exzellent geschult, wie wir bei einem längeren Gespräch bemerkt haben.

Uns fiel schon vor dem MWC 2017 der kleinere und schwächere Qualcomm auf. Grund dafür, wie uns erklärt wurde, sind sowohl der Preis als auch die Zielgruppe – für ein Businessphone reicht die etwas schwächere CPU-Leistung aus. Dank des Aluminiums sind die Nokia Smartphones extrem leicht und liegen sehr gut in der Hand.

Positiv fiel auch die Kamera des Huawei P10 auf: Wenn man in Bewegung ist, macht die Kamera automatisch mehrere Bilder und die Software setzt diese dann zusammen. Nichts Neues, aber das Resultat konnte sehr überzeugen.

Mobile World Congress 2017 - Ein Rückblick

Internet of Things, Industrial Appliances und Virtual Reality als Schwerpunkte

Internet of Things (IoT), Industrial Appliances und Virtual Reality haben als Schwerpunkte beim MWC 2017 etwas enttäuscht, da die Technik hier nicht sehr im Vordergrund stand, sondern nur die Business Modelle der Anbieter.

IoT, Industrial Appliances und Virtual Reality enttäuschten als Schwerpunkte. Mehr dazu: #MWC2017 Klick um zu Tweeten

Zwar wurden Themen wie Smart Home und z.B. die gesteuerte Glühbirne mit all ihren technischen Raffinessen vorgestellt aber leider keine wirklichen Neuerungen. Ford, Peugeot, Mercedes, Seat und auch BMW setzen vermehrt auf Elektroantrieb und besonders auf vernetzte Autos im Alltag.
Alles, was man vernetzten kann, wird in der Zukunft miteinander verbunden, so die Kernbotschaft.

Im Bereich Virtual Reality kam ausschließlich die HTC Vive zum Einsatz. Die Oculus Rift konnten wir nicht sichten. Samsung präsentierte eine neue Version der Gear VR. Als Anwendungsfälle wurden Spiele, 3D-Welten, erkundbare Räume und Städte vorgestellt. Auch hier gab es wenig Innovatives in Technik und Software und auch keine neuen Hersteller. Wir haben uns mehr erwartet, jedoch zeigt es auch, dass es noch eine Zeit brauchen wird, bis VR-Brillen zur Standardausrüstung im Haushalt gehören.

Wenig über Entwicklung oder Mobile App Testing

Auch die großen Mobilfunk-Anbieter, wie T-Mobile, Orange, Verizon, Vodafone etc. waren auf großer Fläche vertreten, stellten ihre Business Lösungen für den IoT Sektor vor und, wie das neue 5G dabei helfen kann, noch schnellere Verbindungen aufzubauen. Da die Entwicklung aber noch einige Jahre dauern wird, war leider nichts Konkretes zu erfahren. Ebenso haben wir leider keine Informationen erhalten, wie und mit welchen Methoden sie Ihre Lösungen testen.

Mobile App Testing war unterrepräsentiert bei dem #MWC2017. Unser Rückblick: Klick um zu Tweeten

Der Bereich Mobile App Testing war leider nur marginal vertreten und weit verstreut.  Das Thema Marketing, Werbung und Analyse von und in Apps schien den Bereich Mobile App Testing zu Verdrängen. Bei den wenigen Ausstellern stand automatisiertes Testen im mobilen Bereich und das Testen auf Echtgeräten via Cloud im Vordergrund.

Zusammenfassend können wir, nach einem Tag auf dem Mobile World Congress sagen: Es gab sehr viele Eindrücke, aber wenig Möglichkeit sich mit ExpertInnen im Detail auszutauschen. Wer sich für die Technik interessiert, kann sich Smartphones, IoT oder Elektroautos vorführen lassen. Software Testing und Entwicklung kam unserer Meinung nach viel zu kurz – hier wünschen wir uns in Zukunft mehr Möglichkeiten zum Dialog.

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