TestPlus in der Matrix? Virtual Reality im Test

“Hattest du jemals einen Traum, Neo, der komplett real erschien? Was wäre, wenn du unfähig wärst von diesem Traum wieder aufzuwachen, Neo? Wie würdest du den Unterschied zwischen Traumwelt und realer Welt erkennen?” – The Matrix [1999]

Ist die Technik schon so weit, dass wir in der Virtual Reality (VR) keinen Unterschied mehr merken, dass wir Inhalte wahr-nehmen, die nicht real sind? Was bedeutet VR und wie fühlt es sich an? Ist es möglich, bei VR eine pauschale Aussage über die Usability zu treffen? Diese Fragen haben uns nicht mehr losgelassen. Deshalb sind wir selbst in die Rolle der Anwender und Anwenderinnen geschlüpft und haben mit Virtual Reality im Selbsttest experimentiert.

Virtuelle Realität in realer Umgebung

Um das Erlebnis Virtual Reality zu genießen, bedarf es einer VR Brille. Die Differenzen in den unterschiedlichsten Angeboten liegen hierbei in der Grundentscheidung: Möchte man sich frei durch den Raum bewegen oder doch in sicherer, fester Position verharren? In beiden Fällen ist das Abenteuer garantiert und eine 360° Sicht macht das Erlebnis noch realer. Wir durften die Variante mit Bewegung, auch Room Scale genannt, mit der HTV Vive testen.

Der Aufbau kurz erläutert:

Um alle Daten angemessen zu verarbeiten, braucht es einen leistungsstarken Computer mit einer VR Ready Grafikkarte. In unserem Fall war das ein PC mit einem Intel I7-6700K Prozessor, 32 GB RAM, ASUS Z-170 Mainboard mit angeschlossener NVIDIA GeForce 980 Ti Superclocked und einer SanDisk Extreme Pro SSD Festplatte.

Jetzt mussten wir nur noch die VR Brille HTC Vive aufsetzen, die mit einem Kabel an den Computer angeschlossen wurde, und zwei Controller zur Hand nehmen, mit denen man in der VR Gegenstände bedienen kann.

Brille auf, Controller zur Hand: TestPlus erkundet die Virtual Reality. Klick um zu Tweeten

Zusätzlich wurden zwei Infrarot-Laser-Sensoren, so genannte Lighthouse Stations, diagonal im Raum verteilt. Diese senden – ähnlich einem Leuchtturm – unsichtbares Infrarot-Licht durch den Raum und in Kombination mit den Sensoren in der Brille kann so die Position des Users ermittelt werden (wer genau wissen möchte, wie das aussehen würde, könnte man die Lichter sehen, kann sich dieses Youtube-Video ansehen).

Mit Hilfe dieses Setups konnten wir nun in die Tiefen des Kaninchenbaus vordringen, um das Wunderland selbst zu erkunden.

Das Abenteuer Virtual Reality

Mit dem Aufsetzen der VR Brille beginnt direkt das Abenteuer. Zur Auswahl stehen viele Szenarien und Spiele – jedoch aktuell meist nur als Demo-Version. Diese zu erkunden, war jedoch schon ein Erlebnis! Die Palette der Genres reichte von atemberaubenden Tauchgängen in einem Korallenriff über postapokalyptisches Zombie-Gemetzel bis hin zu Geschicklichkeitsspielen wie Bogenschießen.

Instinkte funktioniern in der virtuellen Welt wie in der realen: das macht sie zum Erlebnis. Klick um zu Tweeten

Besonders das Zombie-Spiel ließ uns spüren, wie die Virtuelle Realität auf uns wirkt und wie real es erscheint, wenn ein Zombie dich bedroht. Man muss tatsächlich gegen den Instinkt ankämpfen, fliehen zu wollen. Lediglich das Kabel, das am Rücken entlang zum PC verläuft, erinnert in solchen Momenten, dass das Gesehene nicht real ist.

Persönliche Eindrücke

Durch unsere persönlichen Interessen getrieben, haben wir ein breites Spektrum an Inhalten abdecken können – Egoshooter, Sportsimulationen, Rennstrecken, Landschaften und Job Simulationen. Wir waren uns einig, dass es auf jeden Fall ein sehr intensives Erlebnis ist, in die virtuelle Welt einzutauchen.

Die Brille selbst bietet eine Auflösung von 1080×1200 pro Auge. Das klingt zunächst viel. In Wirklichkeit sieht man jedoch die feinen Linien zwischen den Pixelbereichen.
Die 90 Hz Bildwiederholungsrate ist hingegen sehr beeindruckend, da selbst schnelle Kopfbewegungen flüssig gerendert werden, was zu einem real wirkenden Erlebnis führt, wenn man sich in der virtuellen Welt bewegt.

Was momentan bei der HTC Vive stört, ist die Abhängigkeit vom Kabel – das daran erinnert, dass die wahrgenommene Welt durch dieses Kabel an die Brille gespeist wird.

Zusätzlich können die Controller nur die Position der Hände bestimmen, wohingegen die Füße unbestimmt sind und auch in der VR nicht angezeigt werden. Sprich: der Blick nach unten zeigt lediglich den Boden jedoch keinen Körper an.

Füße gibt es keine in der Virtual Reality. Was uns sonst noch aufgefallen ist, lesen Sie hier: Klick um zu Tweeten

Fazit

Wir sind auf das gespannt, was noch kommt. Der Bereich rund um VR wird in naher Zukunft sicherlich noch weiter wachsen. Zusammenfassend ist die virtuelle Welt auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis, das sich jedoch noch von der Realität unterscheidet:
Virtuelle Fische anzufassen, bleibt auch leider nur ein virtuelles Erlebnis. Hier entsteht ein etwas unwirklicher Eindruck, denn wer auf ein Kribbeln in den Fingerspitzen oder ähnliches als Reaktion vom Spiel wartet, wird enttäuscht.

In Punkto Bewegung stehen die Entwickler selbst vor einer großen Herausforderung: Auch mittels Room-Scale kann man sich nur wenige Meter bewegen. Somit ist der Großteil der verfügbaren Inhalte recht statisch gehalten, damit man sich nicht viel bewegen muss – außer um eventuell Zombies auszuweichen 😉

Usability, Performance, Accessibility und Security müssen auch in der Virtual Reality getestet werden. Klick um zu Tweeten

Für uns als Tester und Testerinnen ist auf jeden Fall klar: Usability, Performance, Accessibility sowie Security sind reale Tests, die wir auch in der virtuellen Umgebung durchführen können.

Wenn auch Sie unabhängige Experten und Expertinnen brauchen, die Ihre VR-Anwendungen testen, sind Sie bei uns genau richtig!

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